Calvin, Jean – An Farel in Neuchatel (495).

Calvin, Jean – An Farel in Neuchatel (495).

Nr. 495 (C. R. – 2455)

Weggelassen sind einige unwichtige Nachrichten über unbekannte Personen. Über die geplante Zusammenkunft mit den Lutheranern vgl. 491. An Stelle Pellikans berief Zürich Vermigli an die Professur für Hebräisch, der den Straßburger Lutheranern gern aus dem Wege ging.

Plan eines Religionsgesprächs mit den Lutheranern. Vermiglis Berufung nach Zürich.

– – – Für die Zusammenkunft wage ich nicht so tätig zu sein, wie manche wünschten. Es genügt meines Erachtens, wenn ich offen erkläre, ich sei bereit zu kommen, wenn man mich rufe. Die Zürcher wollen zwar so gar nichts davon wissen, dass ichs riskieren müsste, sie durch mein Hingehen zu erzürnen. Neulich hat Bullinger weitschweifig und mit großer Heftigkeit von mir verlangt, ich müsste die besagte Sache gleich von Anfang an abbrechen. Ich bin nun zwar entschlossen, dem nicht zu gehorchen; aber ich denke, alle Guten werden mir eine solche Zurückhaltung gestatten, dass die Zürcher mir wenigstens nicht vorwerfen können, allzu eifrig in der Sache vorgegangen zu sein. Ich kann mich dann nachher auch viel besser entschuldigen, wenn ich sage, es wäre Unrecht, der Disputation, die die Gegenpartei wünscht, auszuweichen. Pietro Martire geht nach Zürich; ich hatte es nicht glauben können, doch sieht er es selbst als einen Ausweg zu seiner Befreiung an. Der Herr wolle es zum Guten wenden! Was nun der Straßburger Kirche droht, entnimm daraus, dass unsere Gegner kein Bedenken trugen, über uns in Vermiglis Gegenwart öffentlich herzufallen. Der Herr helfe dieser traurigen Spaltung ab! Das Fieber hat sich scheints mit dem gestrigen Anfall verabschiedet. So hat mir der Herr verliehen, ohne ein Tröpflein Schweiß loszukommen; nur auf morgen erwarte ich noch einen letzten Angriff, von dem mich derselbe Herr wieder freimachen wird. Seinem gnädigen Schutze befehle ich dich. Lebwohl, bester trefflichster Bruder. Alle Freunde und mein Bruder lassen dich grüßen.

Genf, 18. Mai vor dem Abendessen 1556.

Die Kommentare sind geschloßen.