Hans von Doltzck und Bernhardt von Hirszfelt – An Joachim zu Pappenheym

Hans von Doltzck und Bernhardt von Hirszfelt – An Joachim zu Pappenheym

Dem Edeln und Ehrnvhesten Joachim Marschalck zu Pappenheym/ des heyligen Ro. Reychs Erbmarschalck rc. vnszerm besundern lieben freundt.

Vnser freuntwillige dinste zuuor besunderer liber freund/ Ewer schreiben des dags meldet zu Nurnberg Dornstag nach sancti Martini disz iarsz/ darinen ihr vnter anderm antzeigt wie wol ihr euch vorsehen vnd ausz schuldiger trewe als ein iunger vnd liebhaber der Euangelischen vnnd Christlichen laher zu vnsz gentzlichenn vortrostet/ wir wurden euch szo lange an erinnerung vnnd ermanung vmb nicht abfallung von der rechten Christlichen wege der laher des glaubens. In welchen yhr zu Wurmsz gantz trostlichen vnd guten bericht entpfangen nicht haben ruhen lassen/ als mit zuschicknusz newer auszgangner schrifften vnd gutgrundiger lahre Doctor Martini Luthers/ wie dann solchs zuthun am abscheyden zu Wurms abgeredt. Solchs wer aber von vnsz vnterlassen/ des yhr zweyerley vrsach in bedencken furgenommen. Nemlichen das villeicht von vnsz geacht wurt weil yhr den obgemelten trostlichen vnd gutten bericht szo bald eingenommen yhr wurdent auch szo schnell von dem selbigen abfellig wurden sein/ oder aber das wir angehort hetten/ das yhr in einer bestimpten zeit gen Nurnberg kommen wurdet rc. haben wir allenthalben ferners inhalts gelesen vnd gantz freuntlich vernommen.

Euch wollen wir darauff guter meynung nicht verhalten/ das wir vns wol tzuerindern wissenn/  wie yhr euch auff negstgehaltem Reichstag zu Wurms/ vngetzweyfelt durch gotlich erforderung/ in die reyn/ trostlich/ vnd hellwertig laher des Christlichen Euangelium vnd wort gotis eingelassen/ hindan gesetzt vnd vnangesehen allen vnszern vordinst/ alles vnszer vermogen/ alle menschliche werck vnd zuthuen/ allein in die vnermessene vnd grundtlasze gottis gnad vnnd barmhertzickeit durch Christum Jhesum vnszern hern vnd heylmacher zuuortrawen ergeben/ auch folgent mit vnsz mancherley gutter vnterrede gehalten.

Das aber euch mitler zeit von vnsz nichts newes zugeschickt/ ist nicht darumb vorbliben/ das wir eynigen vormutlichen zweiffel oder beysorg gehabt/ als wir auch noch nicht tragen/ sam sltet yhr so kurtz vnd leichtlich dem gotlichen worte wider abfellig wurden sein/ szßndern das wir ewers personlichen wesenlichen enthalts vnd ankommens/ ytziger leufft halben/ zum teil nicht grndlichen erforschen mugen/ vnd auch der hoffnung gewest sein/ das die bucher szo durch den druck alsß weyt auszkommen nicht allein e8uch/ szunder meniglich vnd bewr den die gottis wort mit Christlichen trewen lieben vnd ehren/ vnter welcher zal wir euch gantz vntzweifflich halten/ auch zuhanden fur gewandt sein.

Damit aber vnser entschuldigung nicht gar ler vnd ledig sey/ vnd in betrachtung/ das wir alle/ wie sanct Paul zu den Romern/ Chorintern/ vnd Ephesern schreybt/ als mitglidmasen ausz Christlicher pflicht gegen einander handelt/ einer fur den andern sorgen/ aneinander auffriemen. vnd als er zu den von Thessalonica sagt/ aneinander liebhaben/ an einander trosten/ mit einander den gutten folgen. vnd als zu den Hebreern steet/ einer des andern gewar nemen vnd mit trewen meynen sollen.

Szo hat es sich gleich mit dem falh vorberurter anregung zugetragen/ das vnsz vberreichnuß etlicher newer dinge begegent sein/ vnnd schicken euch hiemit dauon Copien zweyer der selben schreyben des edeln vnd ehinvhesten Hartmudts von Cronbergs vnsers besundern gelibten freundts/ Ja einis furnemen liebhabers der gotlichen Euangelischen vnd Christlichen laher vnd warheit/ als nemlich/ Eine an Romisch keyserlich Maiestat vnsern aller gnedigsten herren/ vnd die andere an seinen vettern hern Franciscum vom Sickingen ausgangen sein sollen/ die er in wenigen vorgangen tagen vnsz zugesant hat.

Vnd die weil berurte zwey schreyben bey vil gelarten vnd layen annemlichen vnd des ansehens sein/ das sie ein Christlich trewmeynends hertz vnd adelhafftig gemute antzeigen/ vnd das er es mit allen stenden gemeyner christenheit gerne gut sehe/ das sie allenthalben in gotlichem gesetz vnd ordnung/ durch sein gnad vnterhalten wurden.

Dem nach haben wir euch die selben ausz angeregtem vnd vormarcktem ewrem guten willen/ vnd vonangetzeyten bewegung vnd ermanung der schrifft nicht wollen bergen vnd also mit eylende ym besten dar gethan haben/ freuntlich bittende solchs von vnsz in guttem aufftzunemen.

Dem wir auch hiemit got des almechtigen gnad vnd barmhertzickeit allen willen seiner gotlichen gute vnd das werck des glaubens/ als sanct Paul spricht/ in euch zuerfullen/ zusampt aller gluckseligen wolfart wunschen. Dan euch seind wir mit freuntlichem willen dinstlich zuwerden geneygt. Datum zu der Lochaw am ersten sontage des aduents anno domini M. D. XXI.

Hans von Doltzck vnd Bernhardt von Hirszfelt.

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